Bereits zum sechsten Mal – nach 1982, 2005, 2014, 2015 und 2019 – richtete der RFV Zeiskam Mitte September die Deutschen Jugendmeisterschaften in Dressur und Springen aus und erneut machte der Verein mit seinen ehrenamtlichen Organisatoren und Helfern seine Sache ausgezeichnet. Bei der Meisterehrung lobte Dressur-Nachwuchs-Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen: „Ihr seid die beste Truppe!“
Große Wertschätzung gab es auch von Seiten der Reiter. „So viel Leidenschaft und Herz und diese einzigartige Atmosphäre, das ist wirklich einzigartig“, betonte Mathies Rüder. Nach seinem Titel bei den U21-Europameisterschaften in der Vielseitigkeit gewann der 21-Jährige von der Insel Fehmarn in Zeiskam die Konkurrenz der Jungen Reiter (U21) im Springen mit makelloser Bilanz. Seinem Sieg im S*-Zeitspringen ließ Mathies Rüder nur Nullrunden folgen. Damit war er nicht einzuholen, auch wenn Mikka Roth vom RFV Zeiskam sich redlich bemühte. Der ebenfalls 21-jährige Reiter glänzte bei seiner letzten DJM vor Heimpublikum, gewann mit dem achtjährigen Fresno SH sowohl die zweite Prüfung auf S**-Niveau als auch das finale S***-Springen mit zwei Umläufen über 1,50 Meter jeweils vor Mathies Rüder, doch der Rückstand aus dem Zeitspringen blieb. Die Silbermedaille war ein toller Erfolg für Mikka Roth und ein gelungener Abschluss seiner erfolgreichen Zeit im Nachwuchssport: „Alle vier Runden fehlerfrei, S** und S*** mit zwei Umläufen gewonnen und das mit erst acht Jahren“, war der 21-Jährige begeistert von Fresno SH, den er seit fünfjährig reitet und ausbildet. „Ich bin super stolz!“
Naomi Himmelreich war nicht mit ihrem Kaderpferd Flying Kiss am Start, sondern mit ihrem bewährten Vino v’t Kosterhof Z. Im Zeitspringen wurde sie Zweite hinter Mathies Rüder, in der zweiten Wertung und im ersten Umlauf des Finales fielen je zwei Stangen, doch mit einer Platzierung im S***-Finale und als Zwölfte im Gesamtklassement war die 19-Jährige in ihrem ersten Junge Reiter-Jahr sehr zufrieden. Lena Marie Zins und Karat de Plessis kamen auf Rang 17, Franziska Lahm und Las Vegas Junior schafften den Einzug ins Finale nicht – dort war nur die beste Hälfte der gestarteten Reiter zugelassen – und belegten Platz 23. Bei den Junioren schloss Friedrich Pickers mit Lot’s of Happyness die DJM auf dem 50. Platz ab.
Erstes M**-Springen
Bei den Children im Parcours war in diesem Jahr der Modus geändert worden – zu viele Nullrunden hatten es in der Vergangenheit erschwert, das leistungsstarke Feld auf M-Niveau auseinander zu bekommen. So wurden in diesem Jahr die Platzierungen in Punkte umgerechnet. Beste Rheinland-Pfälzerin bei den Children war Hanna Marie Bauer, die mit Anaconda JL Z im Finale ihr erstes M**-Springen mit nur einem Abwurf aus zwei Umläufen beendete und die DJM auf Rang zwölf abschloss. Vor zwei Jahren war sie mit der Stute die ersten A-Springen geritten.
Janna Frank und Sir Denver kamen nach zwei Abwürfen im ersten Umlauf auf Rang 15 – ebenfalls ein toller Erfolg für die 13-Jährige, die im Frühjahr Deutsche Vize-Meisterin im Vierkampf wurde. „Ich bin mehr als stolz“, freute sie sich über ihre erste DJM. Pech hatte Zoé Molck-Ude, die mit Cooper TP am ersten Tag nach zwei Abwürfen im hinteren Teil des Feldes landete. Ein starker zweiter Platz in der zweiten Wertung reichte nicht mehr, sie verpasste den Einzug ins Finale um einen Platz und wurde 23.
„Unglaublich stolz“
Über ihr bestes DJM-Ergebnis freute sich Martha Sophia Pickers: Mit Ferri Rousseau konnte sie im Feld der Jungen Reiter auf S*-Niveau stark mithalten – Platz sechs in der ersten Wertung, dann Vierte in der zweiten Wertung und der Kür. „Ich bin unglaublich stolz auf uns und das, was wir gemeinsam erreicht haben“, sagte die 19-Jährige. Mit drei Bewertungen von 70 bis über 72 Prozent lag Martha Sophia Pickers nach drei Prüfungen nur 0,25 Prozentpunkte hinter dem Überraschungs-Bronzemedaillisten Fabian Klatt. Deutlicher absetzen konnten sich die neue Deutsche Meisterin Julie Sofie Schmitz-Heinen mit Attractive und die Vize-Meisterin Josephine Ruppert mit DSP Bella Donna. „Das war sehr schade, dass es bei Martha so knapp war“, bedauerte Landestrainer Bruno Eidam. „Bei Martha ist jede Prüfung souverän und gleich gut. Solides Arbeiten zuhause sowie Konstanz und Ruhe zahlen sich hier wirklich aus.“ Nicht in die Kür der besten Zwölf schafften es Angelina Kehr und Bellonii (Rang 28).
Die beiden Juniorinnen Romy Weber und Melissa Wetzlar hatten etwas Pech: Romy Webers Pferd Fabelhaft erschrak nach einer guten Runde in der ersten Aufgabe in der zweiten Wertungsprüfung und fand nicht mehr zur Losgelassenheit zurück. Bellis Blue Label, das Pferd von Melissa Wetzlar, zeigte sich in beiden Prüfungen nicht von seiner gewohnten Seite. „Ich vermute, dass ihm das Stallzelt nicht so gut getan hat“, sagte Bruno Eidam. Die beiden kamen auf die Plätze 27 und 29.
Bronze im Bundesnachwuchschampionat
Bei den Ponydressurreitern machten die EM-Teilnehmerinnen das Rennen um die Medaillen unter sich aus. Lilly Kasselmann musste in der Kür noch Leni-Sophie Gosmann vorbeiziehen lassen, Lilli von Helldorff wurde Dritte. Lena Berghaus und Ninja Warrior M konnten sich in der ersten Wertung noch platzieren, in der zweiten Aufgabe schlichen sich Patzer ein, sie wurden 17. – Bruno Eidam sagte: „Da war das Finale durchaus möglich, das war schade.“ Fabiana Kauf und Daydreamer NRW schlossen ihre Ponyzeit mit dem 19. DJM-Platz ab, auch für Joules Radovic und J.B. Mirage ist altersbedingt die Ponyzeit zu Ende (27. Platz).
Ebenfalls in Zeiskam wurde das Bundesnachwuchschampionat der Dressurreiter ausgetragen. Der Wettbewerb richtet sich an U14-Dressurtalente und wird auf dem Niveau der Klasse L ausgetragen. Nach zwei Qualifikationen durften die drei Punktbesten im Finale antreten, dazu gehörte auch Jasper Rasche – dort wartete eine Herausforderung: Jeder Finalist stellte neben seinem eigenen Pferd auch die beiden Pferde der Mitbewerber vor. Am besten gelang dies der Hessin Antonia Hansmeyer. Für ihre Runde mit Limoncelli, dem Pferd von Jasper Rasche, erhielt sie die Wertnote 9,0 und von den Richtern den Kommentar: „Das hat uns große Freude gemacht und war unheimlich souverän geritten.“ Jasper Rasche wurde mit 24,7 Punkten Dritter. Auch er erhielt mit 8,7 im Sattel von Freispiel, dem Pferd der zweitplatzierten Anna Schmieder, eine tolle Wertnote und den Kommentar: „Spitze geritten!“ Der Pferdewechsel sei eine tolle Erfahrung gewesen, sagte der 13-Jährige: „Die Pferde haben alle einen tollen Job gemacht.“
Landestrainer Bruno Eidam betonte, dass sich dieser Erfolg bei Jasper und Limoncelli abgezeichnet habe, genau wie bei Larissa Bruckschen, die als Vierte knapp das Finale verpasste. Die 14-Jährige hatte mit Little Fame die erste Prüfung gewonnen, in der zweiten wurde das Pferd ein bisschen übereifrig spannig – doch auf ihren wirklich auffällig guten Sitz erhielt Larissa die Note 9,0. Lou-Ella Best und Dreamdate GW konnten bei ihrem ersten nationalen Auftritt Erfahrungen sammeln und kamen auf den 18. Platz.











