Das HGW-Bundesnachwuchschampionat gilt als eine der wichtigsten Plattformen zur Förderung junger Talente im Springsattel. Die wichtige Nachwuchsprüfung im deutschen Springsport wird bereits seit dem Jahr 1988 ausgetragen und seit 2024 von der Horst-Gebers-Stiftung unterstützt. Viele der Reiter, die sich in den vergangenen Jahren in die Siegerlisten eintragen konnten, schafften den Sprung an die nationale oder internationale Spitze, wie beispielsweise Toni Haßmann, Jörne Sprehe oder Mario Stevens.
Jedes Jahr im Herbst finden bundesweit sechs Sichtungen zum HGW-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter statt. An diesen Sichtungen können Junioren sowie Junge Reiter, die im Jahr der Finalaustragung 19 Jahre alt werden, teilnehmen, sofern sie von ihrem Landesverband benannt wurden. Geritten werden eine Stil-Springprüfungen der Klasse M* und eine Stil-Springprüfung Klasse M** mit Standardanforderungen. Aus den gestarteten Teilnehmern wählen der zuständige Durchrichter Peter Illert sowie der Bundestrainer Eberhard Seemann rund 65 Reiter für zwei dreitägige Auswahllehrgänge aus. Im Anschluss an die Auswahllehrgänge werden insgesamt bis zu 25 Reiter für das Finale nominiert.
Sichtung in Neuwied
Der Weg zum HGW-Bundesnachwuchschampionat 2027 begann für die rheinland-pfälzischen Nachwuchsreiter am vergangenen Wochenende in Neuwied auf der bestens hergerichteten Reitsportanlage Flohr. Die Starterfelder blieben bei diesem eigens ausgetragenen Sichtungsturnier naturgemäß überschaubar. „Das war ein bisschen schade für die Stimmung vor Ort“, hieß es von Seiten der Organisatoren. In den Vorjahren hatte die Sichtung – gemeinsam mit Hessen und dem Saarland – in Darmstadt-Kranichstein im Rahmen eines ohnehin geplanten Turniers stattgefunden, in diesem Jahr war das aus verschiedenen Gründen nicht möglich.
Elf Paare gingen in der Einlaufprüfung über 1,25 Meter an den Start. Die Standardparcours wurden überarbeitet, neu war die Erlaubte Zeit, die knapp bemessen war, so dass einige Paare Zeitfehler hinnehmen mussten. 8,4 lautete die höchste Wertnote der Prüfung und die heimste Aliyah Sallashi (RV Andernach) mit Come to win W ein. Damit gewann sie die Einlaufprüfung vor Lena Sophie Wittemer (RSG Worms-Pfeddersheim) mit Dyllon (8,2) und Charlotte Bischoff (RSG Dörrmoschel) mit Fräulein Fitti (7,7).
Charlotte Bischoff mit Top-Leistung
In der eigentlichen Sichtungsprüfung mit zehn Paaren war es dann Charlotte Bischoff, die als einzige ohne Abzüge aus dem anspruchsvollen Kurs kam. Mit einer 8,2 trumpfte die 18-Jährige, die im Sommer Bronze bei den Landesmeisterschaften gewonnen hatte, im Sattel der elfjährigen Camargo-Tochter Fräulein Fitti auf und dürfte damit eine gute Visitenkarte in Richtung Auswahllehrgang abgegeben haben. Bei Friedrich Pickers (RZV Koblenz-Metternich) und Lot’s of Happyness schlug ein kleiner Abzug für das Überschreiten der Erlaubten Zeit zu Buche, aus 7,9 wurde 7,7 – das war Rang zwei für den 17-Jährigen. Dritte wurde die Hessin Karlotta Annabelle Walla (RFV St. Georg Drommershausen) im Sattel von Dauer Power C mit der Endnote 7,6. Lena Sophie Wittemer und Aliyah Sallashi schlossen sich auf den Plätzen vier und fünf an.
Bei den Ponyreitern, die auf L-Niveau bundesweit gesichtet wurden, war die Westfälin Marlene Richter eine Klasse für sich. In der Einlaufprüfung verbuchte sie den Doppelsieg mit ihren Ponys Raising Storm (8,2) und Chris (7,2) – dahinter wurde die erst elf Jahre alte Pia Zakowski (RC Kalenborner Höhe) mit Donna Paulsen Dritte (7,0). In der Sichtungsprüfung über 1,15 Meter kam dann nur Marlene Richter mit Chris ins Ziel, 8,2 gab es für ihre souveräne Runde.











