Erstmals Landesmeister in der Para-Dressur

Dank der Zusammenarbeit zwischen PSVRP und dem Behinderten-Sportverband Rheinland-Pfalz (BSV RLP) gab es im September eine tolle Premiere: Die Para-Dressurreiter kürten erstmals ihre Landesmeister. Eigentlich war die Premiere schon früher geplant, bei den Dressur-Landesmeisterschaften in Rheinböllen Ende Juni. Doch aufgrund der dortigen hohen Temperaturen hatte der BSV RLP zum Schutz seiner Sportler verschoben. Und so waren die ersten rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften in der Para-Dressur eingebettet in die Deutschen Amateurmeisterschaften in Zeiskam – eine großartige Kulisse! „Inklusion läuft im rheinland-pfälzischen Reitsport“, freute sich BSV-Fachwartin Martina Halter. „Vielen Dank an alle, die das ermöglichen!“

Ausgeschrieben war die Landesmeisterschaft in den Grades I bis V, doch nur in den Grades IV und V traten Teilnehmer an – auch aus anderen Verbänden. Auf einen Dressurwettbewerb folgte eine Kür-Prüfung und die brachte dann auch die Entscheidung um den Meistertitel. Zunächst hatte Fabienne Lieselotte Seemann (IG Therapeutisches Reiten Rhein-Nahe) in Führung gelegen. Mit ihren beiden Pferden Sezuan’s Girl und Fleurie d’Amour kam die in Grade IV eingestufte 33-Jährige aus dem Hunsrück auf knapp 70 beziehungsweise knapp 69 Prozent. In der Meisterschaft entschied sie sich für die zehnjährige Oldenburgerin Sezuan’s Girl.

„Pure Freude“

In der Kür am Sonntag trumpfte dann Martina Halter, ebenfalls für die IG Therapeutisches Reiten Rhein-Nahe am Start, auf. Im Sattel von She’s for me erhielt die 52-Jährige, die als BSV-Fachwartin für Para-Dressur maßgeblich in die Organisation der Meisterschaften eingebunden war, 71,67 Prozent in Grade V und sicherte sich damit noch den ersten rheinland-pfälzischen Meistertitel. Fabienne Lieselotte Seemüller wurde Vize-Meisterin: „Ich kann es gar nicht glauben, meine Pferde sind am Wochenende so über sich hinausgewachsen! Was sie dieses Jahr für eine Entwicklung hingelegt haben – ich habe keine Worte für dieses Glücksgefühl, diese pure Freude, die ihr in mir auslöst.“

Die Bronzemedaille gewann die ebenfalls in Grade IV eingestufte Anna Katharina Thiel-Albus (RV Aftholderbach) mit der acht Jahre alten Fürst Romancier-Tochter Fabana. Am ersten Tag haderte die 39-Jährige noch etwas mit ihren Nerven: „Das war für uns beide einfach viel zu aufregend. Fabana war super angespannt und wir konnten leider nicht zeigen, was wir eigentlich können.“ Nach einer weiteren Prüfung im Regelsport am Abend fiel die Anspannung etwas ab und das Kür-Debüt der beiden glückte mit Platz zwei hinter Martina Halter. Über die Bronzemedaille freute Anna Katharina Thiel-Albus sich sehr: „Jede Sekunde harte Arbeit der letzten Monate hat sich in diesem Moment ausgezahlt. Danke an dieses wundervolle Pferd, das heute alles für mich gegeben hat!“

Eva Schaab

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