Deutscher Vize-Meister im Vierkampf

Dressur, Springen, Laufen und Schwimmen – im Vierkampf kommt es nicht nur auf gutes Reiten an. Das bewies die rheinland-pfälzische Mannschaft eindrucksvoll, die sich im hessischen Fürstenwald den Titel des Deutschen Vize-Meisters sicherte. Bereits zum wiederholten Mal stand der RFV Fürstenwald im Zeichen des Vierkampfs. Zwölf Landesverbände schickten in diesem Jahr ihre Sportler zur Deutschen Meisterschaft nach Hessen, wobei der gastgebende Verband jeweils zwei Teams stellen durfte. Wie üblich teilten sich zwei Mannschaften die Pferde. Das heißt, jeweils zwei der vier Teamreiter starteten mit eigenen, die anderen beiden mit Pferden der zugelosten Mannschaft. Begleitet wurde das rheinland-pfälzische Team von Dressur-Landestrainer Bruno Eidam, Mannschaftsführerin Emely Diehl, Schwimmtrainerin Hanna Neitscher sowie Alexandra Lorig und Sandra Frank vom Fachbeirat Vierkampf.

Der große Erfolg in dieser Disziplin für den Landesverband kam nicht von ungefähr und hatte viele Bausteine: Sowohl die beste Schwimmerin als auch die schnellste Läuferin kamen aus den Reihen des PSVRP, generell erwiesen sich alle vier Starterinnen als äußerst schwimm- und laufstark und behielten auch im abschließenden Springen die Nerven. Mit insgesamt 17.195 Punkten landete die rheinland-pfälzische Equipe nach drei Wettkampftagen auf dem Silberrang, hauchdünn vor den drittplatzierten Bayern (17.146 Punkte) und hinter den erneut siegreichen Westfalen (17.843 Punkte).

Janna Frank ist die zweitbeste Vierkämpferin Deutschlands

Das beste rheinland-pfälzische Ergebnis steuerte Janna Frank bei. Die im Januar erst 13 Jahre alt gewordene Reiterin belegte mit ihren 6.038 Punkten in der kombinierten Einzelwertung den zweiten Platz. Für sie war es nicht der erste Start bei dieser Veranstaltung, aber der erste bei der Deutschen Meisterschaft auf A-Niveau statt dem Bundesnachwuchsvierkampf. Neben den vollen 1.000 Punkten im Schwimmen und 908 Punkten aus dem drei Kilometer langen Geländelauf punktete Janna, die Mitglied im Spring-Landeskader der Children ist, auch in den reiterlichen Disziplinen: 8,5 in der Dressur und 7,9 im Springen – und das im Sattel von Fremdpferden, die sie gerade wenige Minuten kannte. Eine tolle Leistung! Ebenfalls als Fremdreiterin fungierte Lena Lorig, die bereits in den Vorjahren Mitglied des rheinland-pfälzischen DM-Teams war. Mit 31,0 Sekunden auf 50 Meter schwamm die 15-Jährige die Top-Zeit der diesjährigen DM – gegenüber dem Vorjahr war sie noch mal über eine Sekunde schneller im Wasser unterwegs – und wurde dafür beim Länderabend im Airport Kassel-Calden ausgezeichnet. Mit 7,8 in der Dressur und 8,0 im Springen bewies Lena erneut ihr gutes Händchen für Fremdpferde und kam am Ende auf 5.716 Punkte, Rang neun in der Einzelwertung.

5.441 Punkte steuerte Elisa Broy zum Mannschaftsergebnis bei – die ebenfalls 15 Jahre alte Reiterin erhielt den Sonderpreis für die schnellste Laufzeit, gerade einmal 11:56,5 Minuten benötigte sie für den 3.000 Meter langen Geländelauf durch bergiges Terrain. Mit ihrem Pferd Trentin van Eeckelghem kam Elisa auf 7,5 in der Dressur und 6,6 im A**-Springen – vor allem im Parcours fehlt es dem Paar noch an Erfahrung auf diesem Niveau, hier in der abschließenden Teilprüfung die Nerven zu behalten, ist der Reiterin gelungen. Vierte Mannschaftsreiterin war Fiona Matilda Kley, die ihr Pferd First Fabulous Flip mit nach Fürstenwald gebracht hatte. Mit soliden Leistungen in allen vier Disziplinen kam die 13-Jährige auf 5.182 Punkte. Als Ersatzreiterin unterstützte Johanna Bold die Mannschaft und freute sich am Ende ebenfalls über die Silbermedaille um ihren Hals.

Nachwuchsteam auf Rang acht

Auch im Bundesnachwuchsvierkampf auf E-Niveau waren die Westfalen nicht zu bremsen (17.268 Punkte) und siegten vor der gastgebenden Mannschaft I aus Hessen (16.961 Punkte) und dem Rheinland (16.610 Punkte). Das rheinland-pfälzische Team kam mit Mannschaftsführerin Emely Diehl auf Rang acht (15.963 Punkte), alle fünf Teammitglieder waren das erste Mal bei einer solchen Veranstaltung am Start. Die meisten Punkte brachte die jüngste Teamreiterin in die Wertung ein: Marlene Keiner war im Vorjahr bereits als Ersatzreiterin mit in Achern, in diesem Jahr kam sie dann auch zum Einsatz. Die Elfjährige war im sportlichen Teil mit Schwimmen und Laufen nach tollen Leistungen die drittbeste Nachwuchsvierkämpferin Deutschlands. Nach 7,8 in der Dressur mit Star Perle und 7,3 im Springen mit Charming Senorita kam sie auf 5.663 Punkte und landete als Neunte noch in den Top Ten des Gesamtklassements. 5.320 Punkte hatte die zwölfjährige Carolina Secker auf dem Konto, damit lag sie in der Einzelwertung auf Rang 27. Mit 8,0 erhielt sie in der Dressur im Sattel von Filou die beste Wertnote ihres Teams.

Solide Leistungen im Sportteil und eine 7,7 im Springen mit Calinera als beste Team-Wertnote im Parcours – damit konnte sich Emily Clemens, amtierende Landesmeisterin im Nachwuchs-Vierkampf, in Fürstenwald gut präsentieren. Die ausbaufähige Dressurnote verhinderte eine höhere Punktesumme, 4.980 Punkte bedeuteten Rang 42. Leni Sofia Thauer komplettierte mit Franziskus das rheinland-pfälzische Team als echter Neuling im Vierkampf – die 13-Jährige hat sich in den Wochen seit der Landesmeisterschaft als Sichtungsturnier stark verbessert in Laufen und Schwimmen, 4.154 Punkte standen am Ende zu Buche. Lena Sehne war als Ersatzreiterin das fünfte Teammitglied in der Equipe des PSVRP.

Eva Schaab

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