Der Preis der Besten, der im Mai in Warendorf stattfindet, ist neben der Deutschen Jugendmeisterschaft die wichtigste nationale Veranstaltung im Nachwuchsbereich. Während die Springreiter, die Voltigierer und die Vielseitigkeitsreiter direkt nominiert werden, müssen sich die Dressurreiter auf zwei Sichtungsturnieren beweisen. Nach den Auswahllehrgängen waren beim südlichen Sichtungsturnier in Kronberg im Taunus am vergangenen Wochenende neun Reiter des PSV Rheinland-Pfalz am Start. “Das war super, dass wir mit neun Reitern dabei waren”, freute sich Landestrainer Bruno Eidam, der die Top-Bedingungen auf dem Kronberger Schafhof und die gute Stimmungen im Team lobte. Und auch reiterlich war der Landestrainer mehr als zufrieden: “Alle haben ordentlich abgeliefert, das war richtig gutes Reiten!” Das Sichtungsturnier in Kronberg ist früh in der Saison, doch die Winterarbeit sei den rheinland-pfälzischen Paaren anzumerken, konstatierte er. Gleich sieben Sichtungsteilnehmer wurden im Anschluss an das Turnier für den Preis der Besten nominiert – eine tolle Quote!
Als “absolute Krönung” bezeichnete Bruno Eidam die beiden dritten Plätze von Jasper Rasche bei den Children. Erst im Winter hat der Zwölfjährige vom RV Neuwied sein Großpferd Limoncelli übernommen – der 15-jährigen Hannoveraner war zuvor mit Paul und Laura Löcher bis auf nationalem Parkett erfolgreich unterwegs. “Durch einen glücklichen Zufall hat sich relativ kurzfristig ein Probereiten mit Celli ergeben”, berichtet Jasper Rasche. “Schon ab der ersten Sekunde hat es super funktioniert und alle wussten, dass es passt. Daher hat der Mann meiner Trainerin die Chance ergriffen, Celli zu kaufen, und stellt ihn mir nun als Lehrmeister zur Verfügung.” Auch Bruno Eidam ist begeistert über das neue Paar: “Das macht richtig Spaß, den beiden zuzuschauen. Das ist wie ein 6er mit Superzahl!”
“Ich bin überglücklich”
Jasper Rasche und Limoncelli, die von Nicole Rex trainiert werden, überzeugten bei den Sichtungslehrgängen mit Bundestrainerin Caro Roost, gewannen beim ersten gemeinsamen Turnierstart in Koblenz gleich eine L-Dressur und lieferten nun in Kronberg absolut überzeugend ab. “Dass es gleich so ein anspruchsvolles und bedeutendes Turnier war, war natürlich eine besondere Herausforderung. Dennoch haben Celli und ich jede Sekunde in dieser fantastischen Atmosphäre genossen und ich bin sehr froh über die guten Ergebnisse, die wir erzielen konnten. Ich bin überglücklich, dieses unglaublich tolle Pferd zu reiten”, sagt der junge Reiter, der auch mit seinem Pony Ninja Warrior M Pläne für die Saison hat: “Ein großes Ziel für diese Saison mit ihm ist, beim Pony-Bundesnachwuchschampionat zu starten. Außerdem würde ich gerne mit ihm an unseren ersten Pony-FEIs teilnehmen, um in den Landeskader zu kommen. Mit Celli würde ich es gerne in den Bundeskader schaffen.”
Einen positiven Eindruck bei Bundestrainerin Caro Roost hinterließ auch Larissa Bruckschen. In ihrem letzten Jahr bei den Children konnte sich die 14-Jährige von der PSG Trier-Pellingen in der zweiten Prüfung mit Little Fame platzieren. “Die erste Prüfung war noch ein bisschen spannig, die zweite war wirklich super geritten”, berichtete Bruno Eidam, der Larissa Bruckschen als “top sitzende Reiterin” bezeichnete. Als Bundeskadermitglied war Anastasia Thomsen (TSG Lunkeshof) für einen Startplatz in Kronberg gesetzt, mit Findus ritt sie zwei gute Prüfungen und zeigte deutliche Verbesserungen zum Vorjahr, auch wenn es nicht für eine Platzierung reichte. Jasper Rasche, Larissa Bruckschen und Anastasia Thomsen werden im Mai in Warendorf beim Preis der Besten an den Start gehen.
Super abgeliefert
Bei den Jungen Reitern waren mit Martha Pickers, Laura Löcher und Paula Schiebener gleich drei Reiterinnen aus Rheinland-Pfalz dabei, von denen sich vor allem Martha Pickers als sichere Bank erwies. Mit Ferri Rousseau, mit dem die 18-Jährige im vergangenen Jahr ihr Goldenes Reitabzeichen erritten hat, wurde sie Fünfte und Dritte und knüpfte damit an ihre Vorjahreserfolge in Kronberg an – scheinbar ist der Schafhof ein gutes Pflaster für die Reiterin vom RZV Koblenz-Metternich. Dass der Schafhof jedoch kein leichtes Viereck ist, musste Paula Schiebener feststellen. Ihr Deichprinz erschrak sich in der ersten Prüfung und fand danach nicht wieder zu seiner Gelassenheit zurück. Die zweite Prüfung gelang der 19-Jährigen deutlich besser, doch nach einer kleinen Unsauberkeit schlichen sich weitere Fehler ein – “da wäre mehr drin gewesen”, befand Bruno Eidam, “denn beim Abreiten war das wirklich top.” Laura Löcher und Wynton’s Son FRH ließen eine deutliche Leistungssteigerung über den Winter erkennen, drehten zwei gute Runden und wurden in der zweiten Prüfung mit einer Platzierung belohnt. Genau wie Martha Pickers wird die 21-Jährige in ihrem letzten Jahr bei den Jungen Reitern beim Preis der Besten dabei sein. “Wynni lässt Träume wahr werden”, schwärmte Laura Löcher.
Seit letztem Jahr sitzt Greta Louise Wagner im Sattel ihrer Fuchsstute Vanessa H, mit dem Sichtungsweg zum Preis der Besten geht es für die 15-Jährige nun bei den Junioren auf nationales Parkett – bei den Children gehörte sie bereits dem deutschen Bundeskader an und kam mit einer Silbermedaille von der EM zurück. “Greta hat super abgeliefert, ist richtig konzentriert geritten”, bescheinigte Landestrainer Bruno Eidam. Die Reiterin war nach den Plätze fünf und sieben ebenfalls hochzufrieden: “Ich bin so stolz, wie Vicky gegangen ist. Wir wachsen jeden Tag mehr zusammen.” Nächster Halt: Warendorf, Preis der Besten! Zwei Ponyreiterinnen komplettierten die Equipe für das Sichtungsturnier, Fabiana Kauf und Teresa Schreck, die sich am zweiten Tag beide über eine Platzierung freuen konnten. “Fabiana hat zwei anständige Runden gezeigt und sich sehr gut weiterentwickelt mit Daydreamer NRW”, sagte Bruno Eidam. Fabiana Kauf erhielt im Anschluss an das Kronberger Turnier ebenfalls eine Nominierung für Warendorf. Bei Teresa Schreck und Docelli sei die erste Prüfung leider etwas verhalten gewesen, “doch die zweite war super, das fiel auch der Bundestrainerin auf”.











