Jugendturnier in Worms-Pfeddersheim

Die RSG Worms-Pfeddersheim ist mit ihren Veranstaltungen auf der Reitanlage der Familie Wittemer ein ganz renommierter Ausrichter – die Reiter wissen um die guten Bedingungen dort und auch die rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften im Springen fanden bereits zweimal dort statt. Im April hatten die RSG und Familie Wittemer nun erstmals zu einem reinen Jugendturnier eingeladen. “Das ganze Turnier war auf die Förderung der Jugend ausgerichtet”, erklärte Thomas Wittemer das Konzept. Angeboten wurden neben offenen Prüfungen drei Touren für verschiedene Alters- und Leistungsklassen. Die Beteiligung blieb etwas hinter den Erwartungen zurück: “Wir hatten bundesweit ausgeschrieben mit attraktiven Geld- und Ehrenpreisen. Leider fand in Baden-Württemberg zeitgleich ein Sichtungsturnier statt, das ist normalerweise auch unser Einzugsgebiet.” Dennoch: Es waren einige hochkarätige Reiter in Pfeddersheim am Start und auch wenn die Teilnehmerfelder hätten größer ausfallen dürfen – die gezeigten Leistungen stimmten. Möglich machte die hochwertige Ausschreibung ein Sponsoring der St. Martin-Stiftung, die bereits den Nibelungen-Cup unterstützt hat.

Im offen ausgeschriebenen S*-Springen über 1,40 Meter hatte sogar Europameister Richard Vogel noch kurzfristig genannt. Mit United Call JPS, einem Nachkommen seines Spitzenpferdes United Touch S, ritt der 29-Jährige vom RV Mannheim dann auch prompt die Bestzeit, doch ein Abwurf ließ ihn auf Rang vier rutschen. Den schnellsten Null-Fehler-Ritt lieferte Bernd Herbert (RFV Viernheim). Mit Chinchillo kam der 63-Jährige nach 68,45 Sekunden ins Ziel – nicht sein erster Sieg auf der Reitanlage der Familie Wittemer. Zweiter mit einer fehlerfreien Runde in 73,23 Sekunden wurde Sven Dehner (FRV Fußgönheim) mit dem elfjährigen Casaro. Auf Rang drei folgte dann auch im offenen Springen eine Nachwuchsreiterin: Franziska Lahm (RSG Worms-Pfeddersheim) und Las Vegas Junior benötigten 75,30 Sekunden für ihre Nullrunde – für das Paar aus dem Landeskader der Jungen Reiter war es die zweite Platzierung in der schweren Klasse.

Hauke Bintig eine Klasse für sich

Das Finale der Large-Tour für U25-Reiter bot ebenfalls tollen Sport. Ausgeschrieben war ein Stilspringen der Klasse S* mit Stechen und die jungen Talente im Sattel zeigten ihre große Klasse. Erst mit einer Wertnote von 8,4 und besser durfte man überhaupt am Stechen teilnehmen. Bereits in den Springpferdeprüfungen am Donnerstag hatte Hauke Bintig sein feines Reiten unter Beweis gestellt und auch im Finale der Large-Tour gab es kein Vorbeikommen an dem 24-Jährigen, der als Bereiter bei Bernd Herbert in Viernheim arbeitet. Mit 16 Jahren erhielt der gebürtige Westfale sein Goldenes Reitabzeichen, vor zwei Jahren machte er aus dem Hobby seinen Beruf und reitet seitdem hauptberuflich.

Im Umlauf zeigte Hauke Bintig stilistisch feine Runden, mit Big Red Balou gab es die Bestnote von 8,8 – leider im Stechen eine Unstimmigkeit, fünf Fehlerpunkte, Rang vier. Mit Chac Balou war es im Umlauf eine 8,5 gewesen und hier passte auch im Stechen alles: Bestzeit in 45,15 Sekunden und damit der Sieg vor Annabell Plock (RFV Borken) und Joana. Die hessische Nachwuchsreiterin, die ebenfalls auf tolle Erfolge zurückblickt, hatte im Umlauf eine 8,4 erhalten und absolvierte im Stechen dann die zweite Nullrunde neben Hauke Bintig. Als Sieger der Large-Tour freute Hauke Bintig sich über einen neuen Sattel, gestiftet von Jacques Pailloncy.

Neue E-Scooter

Die Medium-Tour richtete sich an U21-Reiter und hatte ihr Finale über einen 1,20 Meter hohen Kurs, ein Zwei-Phasen-Springen der Klasse M*. Die Prüfung und damit die Medium-Tour und einen neuen E-Scooter gewann Lena Sophie Wittemer vom gastgebenden Verein. Die 16-Jährige aus dem rheinland-pfälzischen Junioren-Kader saß im Sattel des Cascadello-Sohns Clooney. Zweite wurde Franziska Lahm mit der früher von Richard Vogel gerittenen und im Besitz von Hugo Simon stehenden Charisma HS.

Die Small-Tour für die Altersklasse U18 endete mit einem L-Springen über 1,10 Meter. Auch hier gab es einen neuen E-Scooter als Ehrenpreis, den Gerrit Aleksander Welz-Altrock (RFV Wolfskehlen) mit Gambi gewann. Zweite wurde Johanna Schmitz (Meckenheimer RC) mit C’est Bon vor Leni Windolf (RSG Hubertushof Remagen) mit Scanlet.

Eva Schaab

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