Wirklich gut geritten

Was im Vorjahr eine äußerst gelungene Kooperation an neuem Veranstaltungsort war, setzte sich in diesem Jahr fort: Die Landesjugendschärpe 2026 wurde am 1. Mai erneut vom RFV Rheinböllen und der RSG Hunsrück Höhen auf der wieder toll gestalteten Strecke in Rheinböllen ausgetragen. 20 Jahre ist diese Traditionsveranstaltung für den rheinland-pfälzischen Vielseitigkeitsnachwuchs nun alt und sie hat von ihrer Attraktivität nichts eingebüßt. In Anlehnung an die auf Bundesebene ausgetragene Goldene Schärpe solle die Landesjugendschärpe zur vielseitigen Ausbildung anregen, erklärte die damalige Landesjugendwartin Marion von Opel 2006 bei der Premiere der Veranstaltung auf dem Hofgut Petersau.

Der Wanderpokal wird bis heute weitergegeben, die erste Plakette trägt den Namen von Lisa Kern, die als 16-Jährige die Landesjugendschärpe 2006 gewann und ihren Erfolg ein Jahr später wiederholte. Während die Landesjugendschärpe auf E-Niveau mittlerweile auf die Altersklasse U16 beschränkt ist, wurde 2020 die Landesjugendschärpe Plus als sinnvoller Anschluss für die Altersklasse U21 geschaffen. Hier reiten die jungen Talente auf A-Niveau, wie bei der “kleinen Schwester” Landesjugendschärpe ergänzen die Theorieprüfung und das Vormustern die drei Kerndisziplinen Dressur, Springen und Gelände.

“Wirklich gut geritten”

“Wirklich gut geritten”, das war das Fazit von Landestrainer Andreas Schmitt nach der Veranstaltung am Maifeiertag, vor allem im Gelände hätten sich die jungen Reiter stark präsentiert und müssten keinen Vergleich mit den Erwachsenen in der altersoffenen Prüfung scheuen. Der Landestrainer sichtete seine Reiter für die anstehenden Bundesveranstaltungen – gleiches machte der hessische Verband, dessen Reiter die Teilnehmerfelder gut verstärkten. So ging auch der Sieg in der Kombinierten Prüfung der Klasse E nach Hessen an Tiara Kramer (RSV Main-Kinzig Bruchköbel) mit Okitt (123,30 Punkte). Beste rheinland-pfälzische Reiterin und damit Siegerin der Landesjugendschärpe 2026 war die Zweitplatzierte: Johanna Knipper (RFV Boppard) war mit ihren elf Jahren die jüngste Reiterin und beendete die Geländerunde mit der Tageshöchstnote von 9,0. “Das war astrein”, lobte Andreas Schmitt, bei dem die Elfjährige seit rund anderthalb Jahren trainiert. Mit Lilian sammelte Johanna Knipper neben der 9,0 im fünffach zählenden Gelände auch die Bestnote im vierfach zählenden Springen (8,2) ein, lediglich die ebenfalls vierfach zählende Dressur fiel mit 6,0 schwächer aus – sonst wäre auch der Sieg in der Prüfung möglich gewesen. Dennoch: Für 118,30 Punkte gab es die Siegerschärpe, eine Paradedecke und den Wanderpokal.

Zweite in der Landesjugendschärpe und Vierte in der Prüfung wurde Emilia Wissen (RZFV Geisbüschhof) mit Toffifee. Die 14-Jährige, die bei Ann-Kathrin Krämer-Saur trainiert, kam im Springen und im Gelände auf 7,5 und hatte am Ende 111,20 Punkte auf dem Konto. Rang drei auf dem Treppchen ging an Ina Ludwig (RFV Nastätten). Mit Jeu d’Couleur hatte die 15-jährige Reiterin im Gelände mit einer 8,0 ebenfalls eine Top-Wertnote verbucht.

Knappe Entscheidung

In der Landesjugendschärpe Plus fiel die Entscheidung an der Spitze knapp aus – Vorjahressiegerin Franziska Schmidt-Nechl (RGS Gerhardshof Sinzig) und Clea-Marleen Jahr (RFV Rheinböllen), Mitglied im Landeskader in allen drei Disziplinen, machten es spannend. In der Theorie erhielt die 14-jährige Clea-Marleen Jahr mit Lilly-Fee die Höchstnote 10,0, in Dressur und Gelände hatte dagegen Franziska Schmidt-Nechl mit Casander die Nase mit 7,8 und 8,6 knapp vorne. Im Springen gab es für Clea-Marleen Jahr mit 8,2 die Höchstnote in der Kombinierten Prüfung der Klasse A und damit fiel die Entscheidung zugunsten der 14-Jährigen aus Rheinböllen, die im Vorjahr bereits beim Bundesnachwuchschampionat am Start war und diese Bundesveranstaltung auch für 2026 wieder im Kalender stehen hat. Sie gewann nicht nur die Prüfung, sondern auch die Landesjugendschärpe Plus vor Franziska Schmidt-Nechl.

In Prüfung und Sonderwertung für die Landesjugendschärpe Plus jeweils Dritte wurde Annie Teusch (RFV Rheinböllen) mit 117,70 Punkten. Die 14-Jährige hatte im Vorjahr noch die Landesjugendschärpe erstmals gewonnen und stand nun auch in der U21-Edition auf dem Treppchen. Unter dem Sattel hatte sie mit Hot Speed B ein neues Pferd – die neunjährige Stute aus der Zucht von Karl-Heinz Bange war bis zum Vorjahr mit Marie-Sophie Arnold in M-Springen erfolgreich und ist auch schon von Annies Mutter Nicola Teusch geritten worden. Mit 7,0 in der Dressur, 8,3 im Gelände und 7,8 im Springen hatte auch Annie Teusch gute Wertnoten vorzuweisen, auch für sie soll es laut Landestrainer Andreas Schmitt in Richtung Bundesnachwuchschampionat gehen. Auf den vierten Platz kam Hannah Schneider (TGS Lunkeshof) mit Hope und 115,30 Punkten – die 16-Jährige hatte in ihrer zweiten VA* im Gelände die Bestnote von 8,8 erhalten, konnte durch das durchwachsene Springen aber nicht mehr in den Wettbewerb um das Podium eingreifen.

Fotos: Emely Gütlein

Eva Schaab

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