Einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze – das war die Bilanz der Süddeutschen Ponymeisterschaften Anfang Juli im baden-württembergischen Güglingen für die rheinland-pfälzische Equipe. Dressur-Landestrainer Bruno Eidam, der das Team begleitete, sagte, er habe sich im Vorfeld sogar noch mehr versprochen: „Wir hatten so eine starke Truppe dieses Jahr. Die Halle hat uns dann aber ein bisschen einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Die Ponys seien in der Halle sehr guckig gewesen, erzählte der Landestrainer. „Im Training war es noch gut, aber in den Prüfungen hat es fast jeden dann einmal erwischt. Vielleicht waren alle schon zu sehr auf outdoor eingestellt.“ Dass es trotzdem für zwei Bronzemedaillen im Viereck gereicht habe, zeige die gute Qualität der Paare, betonte Bruno Eidam. Generell war der Landestrainer sehr zufrieden mit dem Team, das sich trotz seiner Größe durch guten Zusammenhalt ausgezeichnet habe.
Am Ende stand das PSVRP-Team erneut auf dem Treppchen in der Mannschaftswertung der Dressurreiter auf FEI-Niveau. Charlotte Morsey mit Movie’s Starlight, Lena Berghaus mit Ninja Warrior M, Teresa Schreck mit Docelli und Fabiana Kauf mit Daydreamer NRW waren mit ihren 203,049 Prozent aus drei zählenden Ritten nicht allzu weit weg von den zweitplatzierten Baden-Württembergern (203,699 Prozent) und auch die siegreichen Hessen (204,959 Prozent) mit Rosa Duong, die souverän die Meisterschaft gewann, lagen in Schlagdistanz. Der Abstand nach hinten fiel schon etwas deutlicher aus, die vier Reiterinnen gewannen also völlig verdient die Bronzemedaille. Die zweite Mannschaft mit Charlotte Morsey mit Anjershof Harmony, Fabiana Kauf mit Daily Sunshine und Joules Radovic mit J.B. Mirage wurde ohne Streichergebnis mit 200,528 Prozent Fünfter.
Erneut Bronze für Lena Berghaus
Lena Berghaus konnte in der Einzelwertung ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen und gewann erneut die Bronzemedaille. Im Sattel des siebenjährigen Ninja Warrior M entschied sie die erste Wertungsprüfung für sich, ließ in der zweiten ein paar Punkte liegen und fand dann in der Kür mit Rang vier in die Erfolgsspur zurück. Damit reichte es knapp für den dritten Platz in der Endabrechnung. „Das Ergebnis hat all meine Erwartungen übertroffen“, freute sich die 15-Jährige. „Mit einem Treppchenplatz hätte ich vorher wirklich nicht gerechnet.“ Mit Ninja Warrior M bildet Lena Berghaus erst seit wenigen Wochen ein Team, sie hat den Wallach von ihrem Vereinskollegen Jasper Rasche übernommen, der sich derzeit äußerst erfolgreich auf seine Children-Karriere konzentriert. Schon bei den Landesmeisterschaften vor zwei Wochen konnten Lena Berghaus und Ninja Warrior M überzeugen. „Die beiden haben sich gut zusammengefunden, das sah vor vier Wochen wirklich noch anders aus“, sagte Bruno Eidam, der ein Lob an Lenas Heimtrainerin Nicole Rex aussprach.
Auf dem fünften Platz beendete Fabiana Kauf ihre letzten Süddeutschen Ponymeisterschaften – genau wie einige ihrer Teamkolleginnen hat die fast 16-Jährige ihr letztes Ponyjahr. Mit Daydreamer NRW zeigte sie durchweg gute Leistungen und wurde in der zweiten Wertung sogar Dritte. „Das war wirklich anständig geritten“, lobte Bruno Eidam. „Vielleicht hat ein bisschen die Lockerheit gefehlt.“ Die anderen rheinland-pfälzischen Reiterinnen verpassten den Einzug ins Kür-Finale der besten zwölf Reiter, zeigten aber gute Leistungen und konnten sich die ein oder andere Platzierung sichern.
Rheinland-Pfälzische Dominanz
Die vor wenigen Jahren ins Leben gerufene Nachwuchstour auf A-Niveau geriet auf dem Springplatz zu einer rheinland-pfälzischen Geschichte. Leni Windolf und Lisa Kraft teilten sich die Siege nach Belieben auf und standen am Ende ganz vorne. Lisa Kraft gewann im Sattel ihres bewährten Floh op Jück die zweite Wertung und das Finale, damit lag die Zwölfjährige in der Gesamtwertung deutlich vorne und wurde Süddeutsche Ponynachwuchschampionesse. Leni Windolf hatte mit Scanlet die erste Wertung für sich entschieden, mit Platz zwei im Finale machte sie die Silbermedaille und damit den rheinland-pfälzischen Doppelsieg perfekt. „Die beiden sind auf dem Bereich schon sehr erfahren“, sagte Spring-Landestrainer Sepp Gemein. Bei beiden Reiterinnen sei die Entscheidung richtig gewesen, auf diesem Niveau teilzunehmen. „Lisa und Floh op Jück sind da schwer zu schlagen“, lobte er. Auch der Turniersprecher in Güglingen vermutete scherzhaft, dass in Deutschland nur einer schneller reite als Lisa Kraft – Richard Vogel. Auch mit den Runden von Mia-Sophie Debe mit Edino war der Landestrainer zufrieden. Die beiden wurden Dritte im zweiten Wertungsspringen, im Finale summierten sich leider die Fehler, es blieb Rang 19 in der Gesamtwertung. „Da war etwas die Luft raus“, bekannte die 14-Jährige. Jule Frisch mit Darling of Gold und Emma Frances Rademacher mit Mia N konnten nicht alle Springen beenden. „Sie haben ordentliche Runden gedreht“, sagte Sepp Gemein. „Aber gut Ding braucht bekanntlich Weile.“
In der Nachwuchstour der Dressurreiter war Fiona Matilda Kley die bestplatzierte Rheinland-Pfälzerin auf Rang zehn. Mit Marienhof’s Twilight konnte sich die 13-Jährige, die im Frühjahr mit dem Vierkampf-Team bereits Deutsche Vize-Meisterin wurde, in den ersten beiden Wertungen gut platzieren und fiel nur im Finale etwas zurück. „Das hat sie ordentlich gemacht“, lobte Bruno Eidam. Auf dem 13. Platz landete Laura Sophia Viernow mit Hennessy, die amtierende rheinland-pfälzische Pony-Nachwuchschampionesse war in der ersten Wertung gut platziert. Die erst elfjährige Juna Lenert reihte sich mit Czardas auf Rang 18 ein. In der zweiten Wertung hatte sie einen tollen zweiten Platz belegt, im Finale lief sich ihr Pony allerdings heiß und war wenig durchlässig. „Viele Ponys hatten Probleme, in den zu zweit gerittenen A-Dressuren hinten zu gehen“, beobachtete Bruno Eidam. Mia Gattung und Coer’s Flip schlossen die Meisterschaften auf Rang 22 ab, Josephine Swan und Sky traten im Finale nicht mehr an (Rang 30).
Motivierte Kids
Neu im Programm war bei den Süddeutschen Ponymeisterschaften die Einsteiger-Tour auf E-Niveau, zu der sich ebenfalls einige rheinland-pfälzische Starter gefunden hatten. „Das ist eine ganz tolle Sache“, lobte Bruno Eidam. „Toll, dass die Eltern das ermöglicht haben. Das war für uns als Verband wirklich gut und wichtig. Die Kids haben jetzt schon Championatsluft geschnuppert, die sind jetzt heiß auf mehr!“ In beiden Disziplinen ging Lotta Binder mit SM Diva de Luxe an den Start – Rang neun in der Dressurwertung und Rang 26 in der Springwertung brachten die zwölf Jahre alte Reiterin auf den siebten Platz in der Kombinierten Wertung. Weiterhin am Start waren Lene Gloede mit A Foxpipe (11. Platz), Philipp Renner mit Weidners A Million Dollar Boy (24. Platz) und Stella Kiewitz mit Palmerstown Paul (25. Platz) in der Dressur sowie Lilly Janz im Springen. Die 15-Jährige hatte mit Vorjahr mit ihrer Ponystute Evita die RLP-Pony-Challenge gewonnen und konnte in Güglingen mit einem vierten Platz und dem 13. Platz im Gesamtklassement einen schönen Erfolg feiern.











