LM Springen: Zu Gast in Andernach

Sein 100-jähriges Bestehen feiert der RV Andernach in diesem Jahr und war in seinem Jubiläumsjahr erstmals Ausrichter einer rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaft. Die Springreiter trafen sich vom 16. bis 19. Juli auf dem Gelände, dessen Springplatz richtige Stadionatmosphäre hat. Die meisten Prüfungen waren offen ausgeschrieben, es gab weitere Wettbewerbe wie ein Kostümspringen, ein Barrierespringen und das finale S**-Springen am Sonntag – die Starterzahlen konnten schließlich mit den Erwartungen nicht ganz mithalten, doch die Reiter, die gekommen waren, präsentierten sich und ihre Pferde in Bestform.

PSVRP-Präsident Fritz Müller und Thomas Weidmann, Vorsitzender im Regionalverband Rheinland-Nassau, dankten im Namen des Vorstandes dem rührigen Team in Andernach rund um Steffi Thönnes und Jessica Sallashi: „Das war eine toll organisierte Veranstaltung bei sehr guten Bedingungen.“ Lena Sophie Wittemer sagte als Aktivensprecherin im Namen der Teilnehmer: „Ihr habt was richtig Schönes für uns auf die Beine gestellt – danke dafür!“ Unterstützt wurden die Nachwuchs-Meisterschaften erneut von der Horst-Gebers-Stiftung.

Robby Krowoza wird erstmals Landesmeister

Sportlich spielten die Gastgeber ebenfalls vorne mit: Robby Krowoza, derzeit erfolgreichster Reiter des RV Andernach, ließ an seinen Siegambitionen keine Zweifel aufkommen. 20 Starts münzte der 39-Jährige in 16 Platzierungen – darunter vier Siege – um. Der Sieg im Zeitspringen der Klasse S* mit Lordess war der wichtigste, legte er doch in der Meisterschaft der Reiter den Grundstein für Krowozas Titelgewinn. Auch in der zweiten Wertung auf S**-Niveau blieben Robby Krowoza und die elfjährige Lord Z-Tochter Lordess fehlerfrei, damit wurde er erstmals rheinland-pfälzischer Landesmeister, Bad im ausgestellten Swimming Pool inklusive.

Vize-Meister wurde mit Manuel Horn (RFV Framersheim) ein Reiter, der im Nachwuchsbereich schon öfter auf dem Treppchen gestanden hat. Mit Chances addierte der 33-Jährige zu seinem Rückstand aus dem Zeitspringen keine weiteren Strafpunkte und hatte damit gut einen Abwurf Vorsprung auf die Gewinnerin der Bronzemedaille, Melina Schwaab (RV Trier) mit Cassis DL P. Maison. Beachtenswert war der Auftritt von Franziska Lahm: Die 19 Jahre alte Reiterin von der RSG Worms-Pfeddersheim gewann 2025 noch Bronze bei den Junioren und ritt in diesem Jahr bei den Reitern statt in der U21-Konkurrenz, um sich für einen Start bei der DJM mit passendem Niveau zu empfehlen. Das gelang ihr: Sieg in der zweiten Wertungsprüfung, einem S**-Springen mit Stechen, mit dem einzigen Doppelnuller und Rang vier im Gesamtklassement.

Mit 15 Jahren schon U21-Meisterin

Auch die Meisterschaft der Jungen Reiter (U21) bestand mehrheitlich aus jüngeren Teilnehmern mit Blick Richtung DJM in Zeiskam im September. Der Meistertitel ging an die erst 15-jährige Anna-Sophie Hauter (RV Großsteinhauserhof), die sich mit Cuderia in einem M**- und zwei S*-Springen gut verkaufte. Nervenstärke bewies sie im S*-Finale, als ihre Airbag-Weste nach einem unplanmäßigen Stopp ohne Sturz auslöste. Weste aus, Parcours zu Ende geritten und den Meistertitel gesichert. Nur knapp dahinter gewann der 17-jährige Friedrich Pickers (RZV Koblenz-Metternich) Silber. Mit Lot’s of Happyness war er im Zeitspringen der Beste, summierte dann aber auch ein paar Fehler. Bronze ging an Valentin Lang (RSV Käshofen) mit Cliff.

Lena Sophie Wittemer stand das dritte Mal in Folge auf dem Treppchen bei den Junioren: 2024 wurde sie Dritte, 2025 gewann sie die Silbermedaille und 2026 gab es souverän den Meistertitel in der U18-Konkurrenz. Mit dem zwölfjährigen Dyllon hatte die 16-Jährige von der RSG Worms-Pfeddersheim nur ihren Rückstand aus dem Zeitspringen auf dem Konto und machte mit der Nullrunde im Finale den Titel perfekt. Bis zum Finale lag Zoé Molck-Ude (Meckenheimer RC) mit Cooper TP in Führung, ein Abwurf ließ die erst 13 Jahre alte Reiterin auf den Silberrang rutschen. Mit dem Sieg im Finale, einem M**-Springen mit Stechen über 1,30 Meter, holte sich Charlotte Bischoff (RSG Dörrmoschel) im Sattel von Fräulein Fitti die Bronzemedaille.

Entscheidung mit der letzten Reiterin

Die Meisterschaft der Children, die bei der LM erneut auf die Altersklasse U16 ausgeweitet war, entschied sich erst mit der letzten Reiterin. Lena Nauerz (Pferdecentrum Miesau) lag nach zwei Siegen auf A**-/L-Niveau in Führung in der Meisterschaft, schied mit Nagini im Finale aber aus und fiel auf Rang vier zurück. Die Meisterschärpe ging damit an Annie Teusch (RFV Rheinböllen). Die 14-Jährige aus dem Children-Kader war mit Hot Speed B in allen drei Wertungen vorne platziert und konnte sich damit gegen ihre Kaderkollegin Maxine Seiler (RFV Zeiskam) mit Corina M durchsetzen. Mit ein paar Abwürfen mehr auf dem Konto reichte es dennoch für die Bronzemedaille für Isabell Burghard (RFV Rheinböllen) und Caramia.

In ihrem vorletzten Pony-Jahr wurde Leni Windolf (RSG Hubertushof Remagen) erstmals Landesmeisterin der Ponyspringreiter. 2023 und 2024 hatte sie das Pony-Nachwuchschampionat gewonnen, 2025 war sie Vize-Meisterin. Nun reichte es nach Siegen in der zweiten Wertung und im Finale für den Titel und sie wurde neue Landesmeisterin vor Mia-Sophie Debe (PSV Falkenhorst Helferskirchen) mit Edino und Jule Frisch (RSC Gestüt Etzenbacher Mühle) mit Maja. Das U14-Nachwuchschampionat war erstmals auch für Großpferde-Reiter ausgeschrieben und die nahmen das Angebot gut an. Neue Championesse wurde Jule Neuerburg (RZV Mayen) mit Quinelle vor Isabel Luisa Haspel mit Kleiner Traumprinz und Marlene Keiner (PSV Mainz-Bretzenheim) mit Charming Senorita.

Souveräne Championesse

Souverän behauptete sich Hanna Marie Bauer im U21-Championat auf M-Niveau. Die 14 Jahre alte Reiterin von der RSG Saarburg gehört eigentlich noch zu den Children und hätte dort mit ihrem Zweitpferd Freixenet nach zwei Siegen vermutlich auch den Titel geholt. Gewertet wurde sie aber mit Anaconda JL Z im U21-Championat und das ebenso erfolgreich. Ohne Fehler, nur mit dem Rückstand aus dem Zeitspringen beendete sie die drei Prüfungen und wurde damit neue U21-Championesse. Die Silbermedaille ging an Ella Sigl (RZV Mayen) mit Grace Kelly MA, die in der zweiten Wertung einen Abwurf verbuchen musste, Katharina Wittemer (RSG Worms-Pfeddersheim) gewann mit ebenfalls einem Abwurf in der zweiten Wertung im Sattel von Karan VA die Bronzemedaille.

Den Titel bei den LM-Masters auf L-/M-Niveau gewann Laura Krechel (RV Eltzerhof). Mit ihrer Stute Lovely Lindsay gewann sie sowohl die erste Wertung als auch das Finale über 1,20 Meter mit der einzigen Nullrunde, lediglich im zweiten Kurs fiel eine Stange. Bei Elke Jünger-Neuerburg (RZV Mayen) passierte der Abwurf im Finale, unter dem Sattel hatte sie den aus der familieneigenen Zucht stammenden Cocobong. Auf den dritten Platz kam Delia Brieger (RV Distelberger Hof Winningen) mit Dakota.

Qualifiziert für DAM/DAC

In der Amateurmeisterschaft und im Amateurchampionat konnten die neuen Titelträger auch gleich ihren Startplatz für die Bundesveranstaltung im September in Zeiskam klar machen. Von den vier Aspiranten im Amateurchampionat über das Niveau der Klasse M blieb nach Ausfällen nur Lars Zander (Meckenheimer RC) mit Didi Docksberg Z als neuer Champion übrig – mit soliden Leistungen qualifizierte sich der 39-Jährige damit für Zeiskam.

In der Amateurmeisterschaft, die über M**- und S*-Kurse führte, setzte sich Verna Wolf-Richter (Meckenheimer RC) durch. Mit Bounce, einem Balou du Rouet-Sohn aus der Zucht ihres Vaters Werner Wolf, hielt sich die 49-Jährige schadlos und beendete die Meisterschaft mit ihrem Rückstand aus dem Zeitspringen. Mit dem Sieg im Finale, in dem er „Doppelnull“ ritt, sicherte sich Bernd Wilmsmann (RV Neuwied) mit A Murdock noch die Silbermedaille vor der drittplatzierten Tara Annabelle Plewa (RFV Rheinzabern) mit Damona WH.

Grandioses Wochenende für Lisa Höhler

Ein grandioses Wochenende hatte Lisa Höhler in Andernach erwischt – als Hessin hatte die Reiterin vom RFV Niederzeuzheim mit den Meisterschaften nichts zu tun. Doch im Barrierespringen gelang ihr das Kunststück, drei Pferde fehlerfrei über 1,80 Meter zu reiten. Gemeinsam mit ihrem Mann Jörn sowie Wilhelm Vohrmann-Heiser (RG Berghof) teilte sie den Sieg nach dieser Höhe. Am Sonntag setzte Lisa Höhler dann noch einen drauf: Mit Tornado lieferte sie im abschließenden S**-Springen über 1,45 Meter die einzige fehlerfreie Runde und gewann die Prüfung – es war der noch fehlende Baustein für ihr Goldenes Reitabzeichen. „Mein Traum ist Wirklichkeit geworden! Es war ein Moment, den ich nie vergessen werde“, freute sich die 31-Jährige. „Das Wochenende lief perfekt, Tornado war in absoluter Topform und die vergangenen Wochen in den schweren Springen haben uns als Team enorm weitergebracht.“ Zweiter wurde Robby Krowoza mit Napa Valley, Rang drei ging an Marina Röhrig (RSV Sonnenhof) mit No Limit – beide kamen mit einem Abwurf ins Ziel.

Eva Schaab

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